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Studium & Ausbildung

Schüler

Ein eigener Aufenthaltstitel zum Zweck des Schulbesuchs kann grundsätzlich nur im Rahmen etwa eines zeitlich begrenzten Schüleraustausches oder für die Teilnahme an einem ebenfalls zeitlich begrenzten Intensivsprachkurs erteilt werden, soweit der Lebensunterhalt während des Aufenthaltes gesichert ist (§ 16 Abs. 5 AufenthG).

Auszubildende

Bürger eines Drittstaats können für die Aufnahme einer qualifizierten schulischen Berufsausbildung (§ 16 Abs. 5a AufenthG) sowie für die Teilnahme an einer betrieblichen Aus- oder Weiterbildung, einer sogenannten dualen Ausbildung (§ 17 Abs. 1 AufenthG), eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Bedingung im letztgenannten Fall ist, dass die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat, soweit es sich nicht um eine zustimmungsfreie Beschäftigung handelt. Unter bestimmten Voraussetzungen eröffnen sich Möglichkeiten zu einer beschränkten Beschäftigungsaufnahme (§§ 16 Abs. 5a und 17 Abs. 2 AufenthG).

Studienbewerber

Drittstaatsangehörige, die in Deutschland studieren möchten, aber noch nicht an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule zugelassen wurden, können eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu neun Monaten erhalten (§ 16 Abs. 1a AufenthG). Voraussetzung ist der Nachweis einer sogenannten Hochschulzugangsberechtigung, die gegebenenfalls über eine Feststellungsprüfung erworben werden kann.

Studierende

Einem ausländischen Studierenden kann zum Zwecke des Studiums in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis mit einer Geltungsdauer  von mindestens einem Jahr und höchstens zwei Jahren erteilt werden (§ 16 Abs. 1 Satz 5 AufenthG). Das Studium muss den Hauptzweck des Aufenthalts darstellen, ein Abend, Wochenend- oder Fernstudium reicht somit nicht aus. Kenntnisse in der Ausbildungssprache werden unter bestimmten Bedingungen nicht verlangt (§ 16 Abs. 1 Satz 4 AufenthG), Beschäftigung in beschränktem Umfang sowie die Ausübung studentischer Nebentätigkeiten ist gestattet (§ 16 Abs. 3 AufenthG). 

Studierende, denen von einem anderen Mitgliedstaat der EU ein Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums erteilt wurde, können unter bestimmten Bedingungen (§ 16 Abs. 6 AufenthG) eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken in Deutschland erhalten.

Absolventen einer deutschen Hochschule haben unter bestimmten Bedingungen bereits nach zwei Jahren Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis (§ 18b AufenthG).

Schulische Berufsausbildung – was ist dafür wichtig?

Für die Aufnahme einer qualifizierten schulischen Berufsausbildung kann eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 5 AufenthG beantragt werden. Diese Aufenthaltserlaubnis berechtigt auch zur Aufnahme einer – von der Ausbildung unabhängigen – Beschäftigung bis zu zehn Stunden je Woche.

Kann eine betriebliche Aus- bzw. Fortbildung gemacht werden?

Zur Teilnahme an einer betrieblichen Aus- oder Weiterbildung (einer so genannten dualen Ausbildung), ist eine Aufenthaltserlaubnis nach § 17 AufenthG zu beantragen. Bedingung für die Genehmigung ist, dass die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat oder die Beschäftigung ohnehin zustimmungsfrei ist. Ob die geplante Aus- oder Fortbildung zustimmungspflichtig oder zustimmungsfrei ist, kann bei der zuständigen Ausländerbehörde Ihres zukünftigen Aufenthaltsortes erfragt werden.

Bei einer qualifizierten Berufsausbildung ist man berechtigt eine – von der Ausbildung unabhängige – Beschäftigung bis zu zehn Stunden je Woche aufzunehmen.

Die Aufenthaltserlaubnis wird in der Regel für zwei Jahre erteilt. Beträgt die Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme weniger als zwei Jahre, wird die Aufenthaltserlaubnis auf die Dauer der Aus- oder Weiterbildung befristet. Sie kann bei Fortbestehen des Ausbildungsverhältnisses auch bis zum voraussichtlichen Abschluss verlängert werden.

Welche Vorteile bringen Aufenthaltstitel zur schulischen Berufs- und betrieblichen Ausbildung?

Die Aufenthaltstitel § 16 Abs. 5 und § 17 AufenthG ermöglichen es, unabhängig von der Berufsausbildung, eine Beschäftigung bis zu zehn Stunden pro Woche auszuüben.

Wird nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ein der Ausbildung angemessener Arbeitsplatz gefunden, kann der Aufenthaltstitel unter bestimmten Umständen bis zu einem Jahr zu verlängert werden.

Wer darf eine Ausbildung machen?

EU Bürger haben aufgrund der Freizügigkeit innerhalb Europas nicht nur das Recht in Deutschland zu arbeiten, sondern auch das Recht, dort auch eine berufliche Ausbildung zu absolvieren.

Als Asylberechtigter oder anerkannter Flüchtling bezieht sich die Arbeitserlaubnis auch auf Ausbildungen.

Ein geduldeter Ausländer kann eine betriebliche Ausbildung bereits vom ersten Tag des Aufenthalts in Deutschland beginnen, es sei denn es besteht ein Beschäftigungsverbot. Für diesen Ausbildungsplatz muss bei der Ausländerbehörde eine Arbeitserlaubnis beantragt werden. Da die Bundesagentur für Arbeit der Erteilung der Arbeitserlaubnis für eine betriebliche Ausbildung nicht zustimmen muss (§ 32 Abs. 2 Nr. 1 BeschV), wird die Arbeitserlaubnis hierfür in der Regel erteilt, wenn kein Arbeitsverbot vorliegt. Nichtbetriebliche, das heißt schulische Ausbildungen, können ohne Arbeitserlaubnis absolvieren.

Personen mit Aufenthaltsgestattung können nach den ersten drei Monaten des Aufenthalts eine betriebliche Ausbildung ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit aufnehmen. Jedoch ist eine Arbeitserlaubnis durch die Ausländerbehörde erforderlich. Für eine schulische Berufsausbildung ist in der Regel keine Erlaubnis erforderlich.

Nicht geduldete Ausländer haben keine Möglichkeit auf eine Ausbildung.